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Frau mit Putzmittel, Eimer, Handschuhen

Desinfektion

Was ist bei Desinfektionsmitteln und dem Coronavirus zu beachten?

Bisherigen Erkenntnissen zur Folge lässt sich das COVID-19, auch weitläufig als Coronavirus bezeichnet, im Vergleich zu anderen Arten der Coronarenviren leichter übertragen. Als einem der Hauptübertragungswege gilt die Tröpfcheninfektion.  Die Übertragung kann auch durch die Berührung von Sekreten des Respirationstraktes eines Infizierten stattfinden. Dies kann etwa durch das Berühren kürzlich kontaminierter (= von infizierten Sekreten) Körperteile oder Gegenstände mit den Händen und anschliessende Einbringung dieser Keime auf die eigene Schleimhaut durch Berührungen im Gesicht, insbesondere von Mund, Nase und Augen passieren.

In diesem Zusammenhang wird die Wichtigkeit einer guten Handhygiene von der WHO sehr stark betont und gilt als wichtige Schutzmassnahme für die eigene Gesundheit und auch zur Verhinderung von weiteren Ansteckungen.

Die Übertragungsmöglichkeiten von Sekreten mit Krankheitserregern, welche sich an Oberflächen wie Türklinken, Handläufen, Schaltern etc. abgelagert haben, werden nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, wie lange die Keime unter alltäglichen Bedingungen auf verschiedenen Oberflächen überleben  und wieviel  davon für eine Infektion notwendig sind. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse beruhen bisher auf experimentellen Bedingungen.

Eine regelmäßige Wischdesinfektion mit Flächendesinfektionsmittel ist für Oberflächen mit Potential für mittlere und hohe Kontaktfrequenzen angebracht.

Was ist bei Desinfektionsmitteln zu beachten?

Grundsätzlich sollten viruzide Flächendesinfektionsmittel eingesetzt werden. Im Zug der Pandemie kam es und kommt es immer wieder zu Engpässen von viruziden Flächendesinfektionsmitteln. Bei der Auswahl des Desinfektionsmittels ist auf die Alkoholkonzentration (insbesondere der Isopropylalkohol-Konzentration) zu achten.

Isopropylalkohol, in Lösungen zwischen 60% und 90% Alkohol mit 10 - 40% gereinigtem Wasser, wirkt schnell antimikrobiell gegen Bakterien, Pilze und Viren. Sobald die Alkoholkonzentration unter 50% fällt, sinkt die Wirkung für die Desinfektion stark ab.  Höhere Alkoholkonzentrationen erzeugen keine wünschenswerten bakteriziden, viruziden oder fungiziden Eigenschaften.

70 Prozent Alkohol ist ideal - Reiner Alkohol gerinnt bei Kontakt mit Eiweiß

Eine Isopropylalkohollösung mit 70% Alkoholanteil durchdringt die Zellwand vollständiger. Dadurch wird die gesamte Zelle durchdrungen, es kommt zu einer Gerinnung aller Proteine und es erfolgt das Absterben des Mikroorganismus. Der zusätzliche Wassergehalt verlangsamt die Verdunstung, wodurch die Oberflächenkontaktzeit erhöht und die Wirksamkeit verbessert wird. Bei Isopropylalkohol-Konzentration über 91% kommt es zu einer sofortigen Erstarrung bzw. zum Zusammenklumpen der Proteine. Folglich wird eine Schutzschicht gebildet, die andere Proteine vor dem weiteren Zusammenklumpen schützt.

Was ist Isopropanol (IPA)? 

Isopropanol ist eine vergällte Alkoholvariante mit einer Konzentration von 70 - 99 %. Die Flüssigkeit ist farblos, leicht flüchtig und brennbar. Bei Desinfektionsmitteln mit Isopropanol wird oft ein flüchtiger süßlicher bzw. stechender Geruch wahrgenommen. Isopropanol ist ein weit verbreitetes Desinfektionsmittel in der Pharmazie, in Krankenhäusern, in Reinräumen und bei der Herstellung von Elektronik oder medizinischen Geräten.

Isopropanol findet auch oft eine Anwendung in Industrie bzw. in Alltagsflüssigkeiten. Beispiele hierfür sind Lösungsmittel für Fette, Harze, Lacke, Tinte oder Scheibenenteisungsflüssigkeiten. 

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Stand: 26.3.2020